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Entdecke die Geschichte

Entdecke den Ursprung der „aquae patavinae“ und die Geschichte der Landschaft des euganeischen Thermalgebietes...

 

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Die Geschichte der Ausgrabungen

Die archäologischen Kenntnisse des Euganeischen Thermalgebietes sind bis heute noch lückenhaft, da sie meist Konsequenz von gelegentlichen Eingriffen sind, die infolge unordentlicher und oft auch respektloser Bauarbeiten durchgeführt wurden. Diese haben hauptsächlich während der zweiten Nachkriegszeit eine explosionsartige Entwicklung erfahren, als Folge der Ausnutzung der hydrotherapeutischen Reichtümer dieses Gebietes. Die Ausgrabungen, wie auch die Versuche einer Deutungssynthese sind zahlreich im Laufe der Jahrhunderte gewesen, von den zeitlich bedingten angewandten kulturellen Methodologien unvermeidbar abhängig.

Ritrovamenti presso l'area del santuario

Mehrere waren die Etappen, die die Erkennung und die Rekonstruktion der Ansiedlungsdynamik von dem 18. Jh. an in diesem Gebiet gekennzeichnet haben, als eine erneute Aufmerksamkeit auf die ärztlichen Aspekte des Euganeischen Thermalismus, auch die Studien der geschichtliche Entwicklung des Gebietes anregte, mit dem Beginn seitens der Marchesi Dondi dall’Orologio der Ausgrabungen in ihren Besitzen im Areal des heutigen Montegrotto Terme. Von äußerst großem Nutzen ist auch noch heute die Abhandlung „De’ bagni di Abano“ von Salvatore Mandruzzato, der zwischen Ende des 18. Jh. und Anfang des 19. Jh. die archäologischen Kenntnisse des Euganeischen Territoriums versammelte und sie in einer Landkarte und in einigen Abbildungen darstellte.

Als infolge der wichtigen Entdeckungen der venetischen Nekropolen im 19. Jh., das Interesse der Forscher mehr Este zugewandt war, waren die Funde in der Euganeischen Zone nur zufällig und mit Bauarbeiten verbunden. Unter ihnen tritt vor allem das Heiligtum hervor, das zufälligerweise im Gebiet zwischen Monte Castello und Colle S. Pietro Montagnon zum Vorschein kam.
Im 20. Jh. vermehrten sich die Auffindungen, sie blieben aber immer im Rahmen von Gelegenheitsarbeiten, mit wenig Achtung auf eine historische Rekonstruktion, auch wenn man in den 50iger Jahren mit einigen programmierten Ausgrabungen begann (besonders mit denen der heutigen
Archäologischen Zone von Via degli Scavi) und mit einigen Interpretationsarbeiten, wie die von Luciano Lazzaro.

18. Jahrhundert

Schon in den Antiquitätenstudien zwischen dem 15. und 16. Jh. wie in jenen von Ongarello, Pignoria und Orsato in Bezug auf Padua und sein Territorium, findet man archäologische Angaben über das Euganeische Gebiet. Aber ein echtes wissenschaftliches Interesse für eine Rekonstruktion der Vergangenheit dieser Zone findet man erst im 18. Jh. und besonders im Jahr 1769, als die Universität Padua einen Lehrstuhl für die historischen Untersuchungen des Gebietes gründete. Diese Initiative gehörte zu dem erneuten Interesse für die ärztlichen und therapeutischen Aspekte des Euganeischen Thermalismus, der das ganze 18. Jh. durchquerte und zur Herausgabe von wichtigen Werken, wie derjenigen von den Paduaner Ärzten und Forschern Domenico Vandelli (1761) und Salvatore Mandruzzato (1789 – 1804) brachte.

Landkarte von Montegrotto mit den archäologischen Funden, veröffentlicht in MANDRUZZATO 1789-1804, III
 (Biblioteca Civica di Padova, BP 581, mit höflicher Genehmigung der Stadt Padua – Kulturreferat)

Im Besonderen ist das Werk in drei Bänden dieses letzteren von großem Interesse für die historischen Studien des Euganeischen Territoriums, da es die bis damals bekannten Kenntnisse der archäologischen Funde beschreibt. Was Montegrotto betrifft, sind die Daten auch auf einer Landkarte wiedergegeben und in einer detaillierten Zeichnung im 3. Band dargestellt. Die Landkarte stellt das Gebiet der Stadt in seinen physischen und landwirtschaftlichen Aspekten dar und lokalisiert auch die bis damals bekannten archäologischen Funde. Die Landkarte enthält auch Abbildungen von Statuendetails, ein Mosaikfragment und einige Bleiwasserrohre mit Siegel, die während der Ausgrabungen in den Familienbesitzen des Marchese Giovanni Dondi dall’Orologio, besonders am Fuße des Colle Bortolone gefunden wurden.

Particolare della planimetria delle tre vasche termali

Die Zeichnung zeigt die Planimetrie der drei Wannen, die teilweise auch noch heute in der archäologischen Zone di Via degli Scavi zu sehen sind.

Die archäologischen Forschungen des Dondi dell’Orologio wurden durch das zufällige Auffinden von Ziegeln mit dem Namen des Herstellers, von architektonischen Überresten und auch von einer unversehrten Marmorstatue angeregt. Von der Statue bleibt uns eine Beschreibung in einem Büchlein des „gehobenen venezianischen Bibliothekars“ Girolamo Zanetti über, der darin den Halbgott Asklepios sah (1766). Auf Grund dieser Zuschreibung wurden die Strukturen, die 1780 während Erweiterungsausgrabungen des Dondi dell’Orologio auf dem Gipfel des Colle Bortolone gefunden wurden, als Teil eines den Gottheiten gewidmeten Kultgebäudes gedeutet: von diesem Fund bleibt eine Planimetrie von 1780 eines unbekannten Autors, die in der Biblioteca Civica von Padua aufbewahrt ist (RIP XXIX, 5220).
Die archäologischen Beobachtungen des Mandruzzato über das Euganeische Thermalgebiet finden in den selben Jahren noch eine Vervollständigung mit der Veröffentlichung des zweiten Bandes des Werkes von Jacopo Filiasi (1794 – 1796), der auch die dazugehörenden literarischen Quellen wiederbringt, auch wenn er öfters in eine nicht korrekte Lesung und in phantasiereiche philologische Interpretationen verfällt.


19. Jahrhundert

Während des 19. und auch am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte der Eifer für die Studien des Euganeischen Thermalgebietes im Vergleich zu dem vorherigen Jahrhundert eine starke Unterbrechung erfahren. Die archäologischen Funde infolge von Bau- oder Landwirtschaftsarbeiten waren zahlreich, aber durch Zufall und oft auch durch Heimlichkeit gekennzeichnet und deswegen nur durch lückenhafte und partielle Informationen bekannt. Im Gebiet von Montegrotto Terme haben wir zum Beispiel Kenntnis der Funde im Jahre 1827 seitens der „Österreichischen Kommission für die alten Denkmäler der Thermalzone“ von Mosaikfußböden, die wahrscheinlich einem Wohngebäude zugehörten, das sich im Landgut von Moisé Trieste befand und im Jahre 1863 von zwei Wannen – Schwimmbäder im Landgut von Alessandro Sette. (Der erste Fund wurde von Candeo in einer in der Biblioteca Civica von Padua aufbewahrten Tafel abgebildet, wo auch die Bilder von anderen in jenen Jahren entdeckten Funden wiedergegeben sind: RIP XXIXX, 5221, während Grundriss und Querschnitt des zweiten Fundes von Ing. Giuseppe Monti auf zwei in der Biblioteca Civica von Padua aufbewahrten Tafeln dargestellt wurden: RIP XXIX, 5218 und 5219). Was die Gemeinde Abano Terme betrifft, wird uns eine wichtige Zusammenfassung der Funde des 19. Jahrhunderts mit dem Werk von Luigi Busato (1881) gegeben, das einen Kernpunkt in der Geschichte der aponenser Studien setzt, obwohl leicht von einem zu hohen lokalpatriotischen Geist verzerrt.
Die Abwesenheit in dieser Epoche von programmierten Grabungen im Thermalgebiet sind mit der Tatsache erklärbar, da sich das Interesse in jenen Jahren für die Studien des klassischen Altertums entschieden nach Este gewandt hatte, wo die Funde venetischer Nekropole mit sehr reichhaltigen Ausstattungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in großer Vielzahl aufeinanderfolgten, dank des leidenschaftlichen Einsatzes von Forschern wie Alessandro Prosdocimi und Gherardo Ghirardini und der klugen Facharbeit von Alfonso Alfons. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Aufmerksamkeit der Forscher von der Identifizierung in diesem Gebiet von prähistorischen Siedlungen angezogen, die dank der systematischen Grabungen von Federico Cordenons hauptsächlich in Lozzo Atestino, Arquà Petrarca und Marendole entdeckt wurden.
Gerade Cordenons brachte erneut die Aufmerksamkeit auf das Gebiet um Abano zurück, „das hauptsächlich wegen seines Weihcharakters seine Wichtigkeit hat, obwohl es nicht im Geringsten mit Este rivalisieren kann, was Vielfalt und umso weniger was Reichtum betrifft “. Im Jahre 1897 gab Cordenons im Heft Nr. XXII des „Bollettino di Paletnologia Italiana“ Nachricht über das was wahrscheinlich der wichtigste der zufälligen Funde in diesem Gebiet war, die Entdeckung eines wahren Votivschatzes mit Ton- und Bronzegegenständen in den Jahren um 1872 in einem privaten Landgut eines gewissen Pietro Scapin, das sich zwischen Monte Castello und Colle di San Pietro Montagnon, nahe dem heutigen Hotel Terme Preistoriche befand. Infolge gezielter Untersuchungen, die von Cordenons 1892 und von Pellegrini und Alfonsi 1911 durchgeführt wurden, wurde der sakrale Charakter diesem Areal anerkannt, das sich als Heiligtum um die Thermalquelle entwickelt hatte.


20. Jahrhundert

Eine ganze Reihe zufälliger Funde, die hauptsächlich während der vielen Hotelneubauten erfolgten, werden im 20. Jahrhundert im Euganeischen Thermalgebiet gemacht. Gleichzeitig beginnt auch eine Reihe von gezielten Forschungen, um eine bessere Kenntnis und eine größere Bedeutung des Gebietes zu erreichen. Unter den vielen zufälligen Funden von Montegrotto Terme kann man die prächtige römische Villa zählen, die in den Jahren 1931 und 1970 nahe der Via S. Mauro ans Licht gebracht wurde und ein wahrscheinliches Wohnungsgebäude, das 1948 während des Baus der Pfarrkirche auf dem Colle di S. Pietro Montagnon entdeckt wurde. Was Abano Terme betrifft, muss das Lager von wertvollen Keramikvasen erwähnt werden, das 1951 während der Bauarbeiten des Hotels Due Torri Morosini, nicht weit entfernt vom Montirone aufgefunden wurde.

Pianta di Montegrotto Terme (a sinstra: zona dell'odierno Municipio; a destra: zona dell'odierna Via degli Scavi) da G. Migliolaro 'Montegrotto Terme. Notizie storiche' Padova 1956

Unter den programmierten Grabungen, müssen für Montegrotto diejenigen erwähnt werden, die wiederholt seit Anfang der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts seitens der Soprintendenza per i Beni Archeologici del Veneto im Gebiet der heutigen Via Scavi durchgeführt wurden, das auch schon im 18. Jahrhundert Objekt von Erforschungen war, wie schon erwähnt.
Mitte des 20. Jahrhunderts wurden auch zwei zusammenfassende Arbeiten über das Altertum des aponensischen Thermalgebietes veröffentlicht: und zwar ein populärwissenschaftliches Text von Cesira Gasparotto (1954) und ein Büchlein mit einer Gesamtübersicht über die Geschichte von Montegrotto Terme, ein Werk von Galliano Migliolaro, schon Bürgermeister der Stadt (1956). Dieses letztere, auch wenn kritisch nicht sehr tiefgründig, hat zwei Planimetrien von einem gewissen Interesse, da sie eine Art von Gesamtlandkarten aller damaligen bekannten Informationen sind.
Alle Informationen, die sich in diesen und in den vorhergehenden Arbeiten befanden, wurden von Luciano Lazzaro in einigen Veröffentlichungen wiederaufgenommen und präzisiert. Der Autor, der hier geboren war und hier gelebt hatte, widmete seiner Heimat einen großen Teil seiner energischen und leidenschaftlichen Forschungstätigkeit.
Aus der Analyse von Lazzaro bleibt ein Ort von großem Interesse unvermeidbar ausgeschlossen, der in Montegrotto in der Via Neroniana nur wenige Jahre später entdeckt wurde, anlässlich eines zufälligen Eingriffs und infolgedessen Objekt mehrerer Grabungskampagnen wurde. Von diesem wichtigen Fund wurde erstmals in einer Veröffentlichung der Soprintendenza per i Beni Archeologici del Veneto 1997 berichtet, die eine aktualisierte Generalübersicht des gesamten aponensischen Thermalgebietes ab dem 18. Jahrhundert darbietet (Delle antiche terme, 1997).